Longboardbau. Technikunterricht. Yeah..

Ich arbeite dieses Schuljahr in einem Projekt, dass sich an SchülerInnen wendet, die einen mindestens zweiwöchigen Unterrichtsausschluss haben. Spannend, so oder so. Im Rahmen dieser schulischen Maßnahme stricken wir die einzelnen Angebote sehr paßgenau. Für den einen Schüler hat dieses Projekt hier sehr gut gepasst: Wir beide haben ein Longboard gebaut.

Erstmal ’nen paar youtube-Tutorials geschaut und etwas im Netz recherchiert. Dumm, Epoxidharz ist im Unterricht verboten (2 dangerous). Also musste es die Vollholzvariante werden. Aber das war umso besser! Kosten für drei Boards liegen bei circa 100 €. Je mehr Bretter, desto günstiger. Wir haben zwei Pressen gleichzeitig gebaut.

Zuerst einmal die Einkaufsliste..

Pro Board 3x4mm Birkenholz-Multiplex (120×30), im Bestfall liegen die Fasern bei den beiden äußeren Brettern mit dem Brett, das innere Brett sollte quere Fasern haben. Ich mit meinem stattlichen Gewicht habe 4 Bretter genommen, siehe da. Es hält. Buchensperrholzplatten 4mm gehen auch, so unsere Experimente. Das ist kostengünstiger.

Kanthölzer 10×8, davon pro Presse, die ihr bauen wollt, 5m (aufgeteilt in 14 x 35cm Stücke), welche in Paaren gebohrt werden und dann mit Gewindestangen zusammengepresst werden.

Gewindestangen M8, 3,50 m pro Board. Jedes Stück sollte ca. 25 cm lang sein. So hat es sich bei uns bewährt. Dazu die passenden Unterlegscheiben und Muttern.

PU-Leim, siehe beispielsweise hier: http://www.amazon.de/Titebond%C2%AE-PU-Kleber/dp/B001495RE0/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1428956015&sr=8-2&keywords=pu+leim

und wasserfester Holzleim, sowie Parkettlack eine Dose (und Pinsel).

Zum Verteilen des Leim noch einen Kunststoffspachtel.

Dann noch ein Stück Restholz, welches wir beim Pressen dann brauchen.

Nun Schritt für Schritt:

  1. Fertigt aus den Kanthölzern 14 Stücke mit jeweils 35cm Länge.  Nehmt dann jeweils Paare, markiert sie mit einer Nummer und bohrt diese dann min. 1,5 cm vom Rand aus mittig mit einem M9 Bohrer. Diese nehmen nachher die M8-Gewindestange auf, daher ist es wichtig, dass die Bohrungen übereinander sind. Sonst habt ihr es nachher unnötig schwer.
  2. Längt die Gewindestangen mit einer Metallsäge ab in handliche 25cm-Stücke. Achtet darauf Muttern zu kontern, an der Stelle, an der ihr sägen wollt. Nach dem Ablängen die Muttern über die Sägekante abdrehen, das säubert das gesägte Gewinde.
  3. Steckt zwei Gewindestangen mit Unterlegscheibe und Mutter durch sieben Kanthölzerstücke. Legt diese (minimal) sieben Kanthölzer auf den Tisch, die jeweiligen Gegenstücke behaltet ihr noch. Auf die Kanthölzer mit den Gewindestangen legt ihr nun die erste Platte.
  4. Spachtelt die Platte flächendeckend mit wasserfestem Leim ein. Es sollte überall(!) Leim sein. Deckend meint 2-3 mm Auftrag.20150323_104207
  5. Legt die zweite Platte auf die erste. Auf diese Platte tragt den PU-Leim auf. Dieser ist zähflüssiger als der wasserfeste Leim, das geht aber genauso gut. Achtet drauf, dass ihr es nicht an die Finger bekommt. Der klebt wirklich gut.
  6. Die dritte Platte auflegen.
  7. Nun das Restholz auflegen. Je nachdem, wie ihr euer Shape wollt, müsst ihr das Stück dimensionieren. Wir haben 10cm x 50cm genommen.20150323_102356
  8. Nun kommen die Gegenstücke der Kanthölzer auf die Gewindestangen. Nun fest anschrauben.
  9. Achtet auf Stellen an den Seiten, wo die Hölzer noch nicht gänzlich gepresst sind. Korrigiert und unterstützt ggf. mit Schraubzwingen. Diese aber nicht zu fest zudrehen – Abdruckgefahr! Oder ihr legt ein Holz großflächig unter.20150323_110954
  10. Eine Nacht mindestens stehen lassen, am besten 24 Stunden.
  11. Ausbauen.20150323_102405
  12. Eure Form macht ihr am besten erstmal auf ein gleich großes Stück Papier (Klebt einfach DinA4-Blätter aneinander). Ausschneiden, auflegen.
  13. Anzeichnen, mit der Stichsäge aussägen.20150324_095002
  14. Mit viel Gefühl und Ausdauer schleifen, erst rauh, dann immmer feiner.
  15. Für die Bohrungen der Achsen baut ihr am besten eine Lehre. Nehmt ein Brett mit der Breite der zu befestigenden Achse + 5 cm und der Länge, wie ihr sie dann braucht. Aufzeichnen, vorbohren, fertig. Auflegen aufs Brett, anzeichnen, bohren. Achtet beim Bohren drauf, dass ihr ein Brett wirklich plan unter das Borad legt. So verhindert ihr unbeliebtes Ausfasern der Bohrung auf der Boardoberseite. Leicht verschleifen – niemals gegen die Faserrichtung!
  16. Jetzt kommt noch der krönende Abschluss. Zeichnungen, übertragen von Bildern oder Grafiken mit Transferfolie oder Aufkleber. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Denkt aber an die Stellen, an denen ihr das Griptape anbringen wollt (Gibt es in jedem gut sortierten Skateladen oder hier http://www.concretewave.de/Griptape/Griptape%2085cm%2011_1220?Caller=froogle&gclid=CjwKEAjw0q2pBRC3jrb24JjE8VgSJAAyIzAdBw8vAyT716DICi44qqahl42aoKArPXcX4palC_uz-hoCKLLw_wcB
  17. Jetzt lackiert ihr das Board mindestens dreimal mit transparentem Parkettlack.20150323_130352
  18. Getrocknet? Gut, dann Griptape aufkleben, Achsen (http://www.skatedeluxe.de/de/gullwing-mission-9-achse-raw_p36627?cPath=151&offset=9) ran und ab auf die Piste.

Ach, wie toll geil war dieses Projekt denn. Ich könnt es gleich wieder machen..

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