Barcamp mit Verbindungslehrer*innen

Vor ein paar Jahren begegnete ich dem Format barcamp und war begeistert von der anarchisch anmutenden Struktur und den durchweg sympathischen Menschen, die sich mit dem Thema beschäftigen (von den Unsympathen abgesehen, die ihre Sichtweise für die einzig richtige halten).

Bei einem barcamp (das meint wikipedia zur Definiton von barcamp) treffen sich engagierte Menschen an einem Ort um sich in abwechselnden ca. einstündigen Sessions weiterzubilden und zu vernetzen. Grundlegend ist die Haltung, dass Jede(r), die/der ein barcamp besucht sich engagieren und etwas beitragen kann und möchte. Bei einem barcamp gibt es keine Zuschauer*innen, ein barcamp ist keinen Konferenz, auf der Vorne gesprochen und hinten geschlafen wird. Jede(r) Teilnehmer*in soll sich mit Fragen und den eigenen Kompetenzen einbringen, sei es durch engagierte Teilnahme an einer Session oder dem Anbieten und Durchführen einer Session. Man kann sich das Angebot (Session) aussuchen, bei dem das Thema stimmt und unter Umständen auch die Personen. Somit passiert auf einem barcamp in den Sessions im Bestfall nichts Anderes wie am Abend nach einer Fortbildung, wenn Gleichgesinnte bei einem Bier zusammensitzen und sich zu einem Thema austauschen und gegenseitig gedanklich befruchten und vernetzen. Und genau so geschieht es auch – nur eben ohne das besagte Bier.

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Nach einer Einführung, die erstens (ganz wichtig) für die Atmosphäre zuständig ist und zweitens für die Erläuterung des Ablaufs des barcamp, werden die Teilgeber*innen aufgefordert ihre Themen/Diskussionen/Ideen einzubringen. Es beginnt die sogenannte Sessionplanung, bei der gesammelt wird wer eine Session zu welchem Thema/Fragestellung/Diskussion durchführen, bzw. anbieten möchte. Jede(r) Teilgeber*in stellt den eigenen Vorschlag kurz vor. Traditionell geschieht dies durch drei Worte – mit Pädagog*innen ist dies nicht möglich angesagt. Ich moderiere die Einteilung freundlich, aber bestimmt. Dann wird basisdemokratisch abgefragt, ob es unter den Teilgeber*innen mögliche Teilnehmer*innen an einer solchen Session gibt. Sollten sich Interessierte melden, wird der Session eine Uhrzeit und ein Raum zugewiesen. Dann werden die Sessions durchgeführt, hierbei ist Jede(r) für die eigene Session verantwortlich. Es wird ein Flipchartprotokoll erstellt, welches digital festgehalten wird. Am Ende des barcamp steht ein Abschlussplenum, welches einerseits der Moderation die Möglichkeit gibt zusammenzufassen und andererseits können (wenn gewünscht und passend) die Sessions ihr Flipchartprotokoll und die erarbeiteten Inhalte präsentieren. Aus den Flipchartprotokollen wird eine Ausstellung gehängt, die digital archiviert wird und zum Abschluss von den Teilgeber*innen selbst angeschaut, fotografiert und geteilt werden kann.

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Ich hatte die Vision im Rahmen der Weiterbildung in der SMV ein barcamp für die Verbindungslehrer*innen anzubieten und ihnen so eine Plattform zu bieten, auf der sie sich gewinnbringend austauschen und weiterbilden können. Mein Vorschlag überzeugte und im Schuljahr 2015/2016 fand das erste barcamp für Verbindungslehrer*innen in Ulm statt. Mit nahezu vierzig Teilgeber*innen war es gut besucht und ein voller Erfolg. Am 14.03.2017 findet das zweite barcamp für Verbindungslehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen an der Universität Ulm statt.

Und wenn man das eigene Menschenbild mit der Idee barcamp zusammenbringt, dann steht da ein Satz von Jürgen Ertelt:

Ein barcamp ist keine methodische Variante, sondern die Einlösung beanspruchter Partizipation (aus Medienpädagogik und Inklusion 2012/01).

Ein Gedanke zu “Barcamp mit Verbindungslehrer*innen

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