Blogparade #waswirtunkönnen oder Jede Minute zählt.

Gedanken zur blogparade von Bob Blume #waswirtunkönnen..

Die Grippe hielt mich davon ab mich gleich zu beteiligen, daher etwas verspätet. Es war mir aber ein großes Anliegen, es ist ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste Thema in- und außerschulisch.

Zuerst einmal denke ich, dass wir alle viel mehr tun können und sollten.

Auf die meisten in unserer Gesellschaft trifft zu, dass eine luxuriöse Behäbigkeit mit Blick bis zum Tellerrand Standard ist. Bei vielen Anderen ist diese Behäbigkeit gepaart mit diffusen Ängsten, befeuert von eigener Kleingeistigkeit (intellektuell und/oder moralisch), schiebt sich das nationalistische völkische Verhalten (nicht nur bei der Wahl) raus.

Diesen Menschen muss entschieden entgegen getreten werden. Ich war mit zwei ehemaligen Schülern, gemeinsam dem Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm, zur Gedenkstunde des Landtag Baden-Württemberg eingeladen. Wir durften von unserem Projekt „Was geht mich eure Geschichte an?“ berichten. Auch der unsägliche Herr Meuthen war zugegen und der Nazi Höcke hatte Tage zuvor das Holocaust-Denkmal als Denkmal der Schande bezeichnet. Ich hoffe, ich habe deutliche Worte für meine Anmoderation gewählt. Worum es mir geht: was wir tun können ist Demokratie in die Schulen zu bringen. Jede Minute Achtung und Respekt, jede Situation Ehrlichkeit und Annahme. Echte Mitbestimmung mit allen Konsequenzen mit der SMV und allen anderen am Schulleben Beteiligten gestalten und leben. Unsere SMV hat zu Weihnachten eine ihnen unmöglich erscheinende Hausregel gekippt, andere Kollegen launchen wunderbare Partizipationsprojekte wie Aula. Was wir tun können: Widersprüche und Unterschiede zulassen und feiern. Kein „Nein, das geht nicht, weil..“! Besser ist „Ja, und..“! Wenden wir uns entschieden gegen Rassismus und Ausgrenzung! Setzen wir uns in der Schule, dem zentralen Lebensmittelpunkt unserer Schülerinnen und Schüler, für die Demokratie ein. Durch echtes Da-Sein, ein bisschen „street credibility“, philoosophische und politische Diskussionen, im Klassenzimmer, um das Klassenzimmer und um das Klassenzimmer herum. Bevor jetzt der ein oder Andere motzt. Fachbezogenes Wissen auch. Auch. Das ist das was wir tun können und es ist nicht wenig. Und wer mir zustimmt, der muss Mitglied im Netzwerk Schule ohne Rassismus sein oder werden, die haben unter Anderem das hervorragende Themenheft „Rechtspopulismus“ herausgegeben hat.

Weitergehend, wer will, hier meine Anmoderation vom 27.01.2017:

Was geht mich eure Geschichte an? Eine Projekt der außerschulischen Bildung mit dem Ziel jungen Menschen einen persönlichen Zugang zu der Geschichte Deutschland aus den dunkelsten Kapitel zu ermöglichen. Ich folge Adorno, der sagte, die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Die Aufgabe der Schule ist es die jungen Menschen zur Demokratie zu erziehen, sie zu befähigen selbst kritisch zu beobachten und zu hinterfragen. Neue Formen der Auseinandersetzung mit der Geschichte jenseits der Thematik Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht sind längst überfällig. In einer Zeit, in der das Holocaust-Denkmal ein Ort der Schande genannt wird, sind wir gefragt in- und außerhalb der Schule. Erinnerungskultur bedeutet: die Geschichte hat etwas mit mir zu tun. Die Gedenkstätte DZOK Ulm hat mit ihrem pädagogisch sehr empathischen Personal den passenden Rahmen geschaffen für ein Projekt, dass Zugänge ermöglicht zu universellen Werten wie Freiheit, Schutz der Unversehrtheit der Person und dem Widerstand gegen das nationalsozialistische Terroregime. Ein Projekt, dass maßgeblich dazu beiträgt jungen Menschen für die Zukunft und insbesondere für die Zukunftsgestaltung zu befähigen. Das Projekt schafft die Möglichkeit zu erkennen, dass das was damals geschah mit mir zu tun hat. Wie eine Schülerin stehend in einem eiskalten Kellerverlies, in dem Gefangene isoliert und gedemütigt wurden, zu mir sagte, dass sie jetzt verstanden habe worum es geht. Ich fragte sie worum es ihrer Meinung nach geht. Ihre Antwort war: es geht um die Freiheit. Und diese Erkenntnis kann zu gar nichts anderem führen wie zur Demokratie und zur klaren Ablehnung von totalitären populistischen nationalistischen Tendenzen. Um es mit den mahnenden Worten eines teilnehmenden Schülers zu sagen: weil was damals geschah, kann heute wieder geschehen.

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