Negerkuss ist rassistisch. Punkt.

Das Wort ist das gewaltigste Instrument, welches der Mensch besitzt. Danach kommen Symbole und Gesten. Und nichts, aber auch gar nichts, rechtfertigt die Verwendung, wenn bekannt ist, dass die Worte oder Symbole der GMF (gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit) zugeordnet werden können.

So ist die Verwendung des Wortes Negerkuss zu bewerten wie die von Judenfurz (wird im Süden von Deutschland für Feuerwerkskörper verwendet). Begriffe, in denen sich tradierter Rassismus spiegelt, müssen diskutiert und geändert werden. Sicher ist das nicht die Lösung des Problem Alltagsrassismus. Vielmehr ist aber das Auseinandersetzen über verwendete Wörter der richtige Weg hin zu einer gerechten Sprache.

Die Schule ist hier gefordert und in besonderer Verantwortung. Wenn man nun Diskussionen darüber führen soll, dass die Verwendung eines Begriff wie Negerkuss nicht böse gemeint sei und man ja kein Nazi ist, dann wird von den so Argumentierenden schlichtweg nicht anerkannt, dass der Begriff rassistisch ist. Oder sie sind nicht in der Lage zuzugeben, dass die Verwendung falsch ist. Da hilft auch der Hinweis auf das eigene reine Herz nichts. Der Begriff ist und bleibt rassistisch, egal welch vermeintlich guter und kosmopolitischer Mensch ihn verwendet. Und somit nicht akzeptabel. Insbesondere nicht in der Bildung mit der ihr eigenen großen Verantwortung gegenüber den Heranwachsenden und der gesellschaftlichen Zukunft.

Und da denke ich auch an den sogenannten Schweigefuchs, der nach wie vor in Grundschulen (bis in die Sekundarstufe hinein) verwendet wird. Das Handzeichen ist das Zeichen der türkischen Faschisten.

Es wird noch ne Weile dauern, bis sich die gerechte Sprache durchgesetzt hat, die auch die Geschlechter überwinden sind. Und dann gibt es an der Schule Lehrende, die sich kritisch und konstruktiv mit der Sprache und ihrer Kraft auseinandersetzen und alten und neuen Rassismus erkennen und bekämpfen und Lernende, die ganz viel lernen können. Allem voran warum es immer wichtig ist die richtigen Wörter zu nutzen. Eine schöne Zukunft und ein wichtiges und sehr richtiges Ziel schulischer Bildung.

8 Gedanken zu “Negerkuss ist rassistisch. Punkt.

  1. Ich habe als Kind schon Negerküsse gegessen. Es gab da nie eine Verbindung zu realen existierenden Menschen. Auch nicht, wenn ich Amerikaner oder Berliner beim Bäcker kaufe. Für mich ist diese Verbindung völlig abwegig, diese Umbenennung Schwachsinn. Aber macht ruhig, es ist euer Blödsinn.

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    1. Der Begriff Neger ist rassistisch und offenbart den kolonialistischen Blick, der schwarze Menschen zum Objekt degradiert. Nur weil wir etwas in der Kindheit gemacht oder gesagt haben müssen wir es heute unreflektiert so weiter machen. Was spricht dagegen sich die Kraft der Worte für ein gleichberechtigtes Miteinander zu nutzen?

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      1. Ja „Neger“ ist als Bezeichnung für einen Menschen Rassistisch. Negerkuss eine Süßspeise. Die Verbindung von beiden einfach Schwachsinn meiner Meinung nach. Ich werde weiter Negerkuss sagen, auf der Packung steht Schokokuss, macht ruhig. Halltet mich für blöd, ist mir egal, ich denke mir meinen Teil.

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      2. Da liegt meiner Meinung nach das Problem. Eben das stimmt nicht. Der Begriff ist in jeder Art und Weise ein Fall für das sprachliche Geschichtsbuch. Neger ist immer rassistisch. Es gibt kein „man meint es ja nicht so“. Denn genau dies offenbart die eigentliche Kenntnis des rassistischen Inhaltes, will das Ganze aber damit verknüpfen, dass rassistische Wörter nicht schlimm seien – wenn sie jemand benutzt, der sie nicht so meint. Aber das geht nicht. Diese Wörter drücken das aus, was sie ausdrücken: Ausgrenzung, Stigmatisierung, einen rassistischen Blick der Kolonialisierer auf die Sklaven. Und das endlich zu beenden, dafür sind wir verantwortlich. In der Schule, der Kneipe, der U-Bahn und im Netz.

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      3. Du hast aus deiner Sicht durchaus nachvollziehbar argumentiert. Ich verstehe nur nicht, warum es sich lohnt Wörter, die laut deiner Aussage in bestimmten Zusammenhängen rassistisch sind, in anderen Zusammenhängen zu gebrauchen und dies engagiert zu verteidigen. Es ist doch das naheliegende dann festzustellen: wir nutzen diese Wörter einfach nicht mehr. Es wird doch niemand die Freiheit genommen durch das Nichtnutzen dieser Wörter – es wird Freiheit dazu gewonnen.

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      4. Selbst vom Struwwelpeter gibt es eine politisch korrekte Variante. Wir gewinnen nicht durch diese Dinge, sondern wir verlieren. Außerdem glaube ich, dass es genau falsch herum ist. Rassismus wird nicht durch politisch korrekte verordnete Sprache verschwinden. Die Sprache wird sich durch den Wegfall von Rassismus oder Ähnliches von ganz alleine anpassen. Verordnete Eingriffe erreichen genau das Gegenteil. Das ist wie bei dem Genderzeugs. Ich war schon von Kind an so erzogen und habe es Verinnerlicht, dass alle Geschlechter gleichberechtigt sind, einen Unterschied gab es für mich gefühlt nicht. Jetzt wird mir von allen Seiten erzählt es gibt einen und wir müssen unsere Sprache daran anpassen. Plötzlich ist es nicht mehr egal welches Geschlecht es ist, plötzlich gibt es Unterschiede, die es für mich bisher nicht gab.
        Zigeunersoße ist auch so ein Beispiel, ich habe da nie eine Verbindung zu Rassenunterschieden mit verbunden, bis solche Sprachverbieger den konstruiert haben. Erst ab dem Zeitpunkt kam diese Ethnie in den Focus. In der DDR hat man keine Königsberger Klopse zugelassen, weil politisch nicht korrekt. Wir sollten die Probleme lösen und nicht nur umbenennen und uns damit was vormachen, dass sie damit weniger sind. Augenwischerei

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      5. Wie gesagt, ich kann die Argumentation nachvollziehen. Nur ist meiner Meinung nach der Ansatz zu argumentieren, dass zuerst der Rassismus bekämpft werden soll absurd. Die Sprache zu nutzen um auf Rassismus aufmerksam zu machen und sie sensibel einzusetzen ist konkreter Einsatz gegen Rassismus. Wir beginnen Probleme zu lösen, wenn wir auch bei der Sprache antirassistisch agieren. Ich spreche nicht von verordneten Eingriffen, sondern davon, sich selbst der Wirkung der Sprache bewusst zu werden und dies dann im Leben und im Beruf anzuwenden.

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