Schockschwerenot. #btw2017 

Anknüpfend an die treffenden Beiträge von Bob Blume und Jan-Martin Klinge zur Bundestagswahl und den (pädagogischen und privaten) Konsequenzen stelle ich die Frage:

Was heißt das Ergebnis dieser Wahl konkret für die schulische Arbeit und die Verantwortung als Lehrer?

In der Schule muss alles getan werden damit Partizipation erlebt werden kann. Wir müssen Schüler (und Eltern) abholen, sie beteiligen und ihnen die Erfahrung ermöglichen,  dass sie beeinflussen und mitgestalten können. Demokratie muss erlernt werden. Hier hat die Schule eine große Verantwortung. Insbesondere die SMV als im Schulgesetz verankertes Instrument zum Erlernen und üben demokratischer Kultur muss hier hervorgehoben werden.

Der schulische Bildungsauftrag ist ein demokratischer, somit auch ein antifaschistischer. Wehret den Anfängen heißt jetzt mehr persönlicher Einsatz für Mitbestimmung, für Beteiligungsprozesse und gegen rassistische und nationalistische Auswüchse.

Auch heißt es für Lehrer sich nicht wegzuducken bei rassistischen Witzen auf dem Pausenhof, bei der Verwendung von „Jude“ als Schimpfwort oder der Wiedergabe von schwierigem Gedankengut aus den Familien („Aber die Asylanten bekommen doch ein Haus umsonst und 800€.“). Hinsehen und hinstehen. Die Diskussion und der kritische Austausch müssen mehr Raum im Unterricht einnehmen. 

Konkretes:

  • Stärkung und Ausbau partizipativer Projekte in der Schule
  • Stärkung der Arbeit der SMV/SV
  • Mitarbeit im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage
  • Diskussion politischer Themen in allen Fächern, in denen dies möglich ist
  • Schulvollversammlungen abhalten
  • Elternarbeit ausbauen
  • Kooperationen mit außerschulischen Partnern zu den Themen Demokratie, Antirassismus und (NS-)Geschichte initiieren und durchführen
  • Eintritt der Privatperson des Lehrer in eine demokratische Partei (und konstruktive Mitarbeit in derselbigen)

Wir müssen nun mehr und es vor Allem konkreter tun. 

Es ist an uns die jungen Menschen zu befähigen kritische Demokraten zu werden. Wir müssen sie mehr beteiligen, sie ernster nehmen und ihnen vor Allem aber auch mehr zutrauen und sie dann auch tun lassen. Mit unserer Unterstützung und Begleitung. Unter Umständen muss Partizipation in der Schule konsequenter zu Ende gedacht werden, wie dies bis dato der Fall ist. Mitbestimmung, die nicht zu einem Ergebnis wie einer Umsetzung einer Idee führt, führt letztlich zu einem Abwenden der Aktiven von der Beteiligung hin zu einer „Ich kann doch eh nichts ändern!“ und dem „Die da oben..!“-Haltung, die schwer aufzubrechen ist. 

Wir müssen unsere SchülerInnen anders herum befähigen:“Ich kann etwas bewegen, ich kann gestalten!“, das muss das Ziel sein. Zu lernen, dass man mehr tun kann als ein Kreuz zu setzen, und dass es sich lohnt. 

Das ist die beste Investition in die Zukunft unserer Demokratie.

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