Eine ordentliche Kelle Pathos.

Mal im Ernst, war das ein bescheidenes Jahr?

Ich gestalte jedes Jahr für die Weihnachtsfeier mit der Schulgemeinschaft von Klasse 5 bis 10 einen Jahresrückblick. Und dieses Jahr tat ich mich wirklich schwer Gutes zu finden. Terror allerorten, brennende Hochhäuser und das Erstarken der Rechten und der Rechtspopulisten überdeckten die wenigen schönen Ereignisse.

„think global, act local!“

Ich bin davon überzeugt, dass wir in unserem lokalen sozialen Wirkungsfeld in der Verantwortung stehen uns für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität einzusetzen. Wir müssen uns immer am kategorischen Imperativ messen lassen und jede unserer eigenen Handlungen Gesetz werden lassen können. Das ist ein großer Anspruch, ist doch kein Mensch ohne Fehler. Genau dieser Umstand ist es, der den Imperativ meiner Meinung nach noch konkretisiert. Der Fehler machende Mensch impliziert somit die notwendige Vergebung. Und vergeben können, dazu sollte jeder Mensch in der Lage sein. Auge um Auge führt zu nichts.

Dies gilt uneingeschränkt für die Arbeit in der Schule. Hier ist der respektvolle konstruktive Umgang miteinander die Grundlage. Und da gibt es noch einige Baustellen im System Schule. Die Partizipation der SchülerInnen auszubauen ist einer der ersten möglichen Schritte hin zum „act“, zum agieren. Meine Schule wird sich mit der Beteiligung der Schülerschaft zur Wahl des Profilfach unserer Gemeinschaftsschule auf den Weg machen. Das ist der richtige Weg.

Wir müssen privat wie beruflich global denken, ohne Scheu über den eigenen Tellerrand schauen und uns von überall und jedem inspirieren lassen können. Zugleich müssen wir das, was wir haben, wertschätzen und achtsam damit umgehen. Das Große gibt es nicht ohne das Kleine und umgekehrt.

All den Herausforderungen der modernen Welt, real und virtuell, können wir mit unseren Kompetenzen, unseren Idealen und Visionen, sowie kritischem und kreativem Denken begegnen. Wir benötigen Herzblut und Ausdauer, Vergebung, Zeit und Liebe.

Zuviel Pathos?

Nach Aristoteles schaffen Pathos, die Leidenschaft, und Ethos, die Glaubwürdigkeit und Autorität des Sprechers, und Logos, die Folgerichtigkeit und Beweisführung, erst gemeinsam die Überzeugung.

Und nur die Überzeugung wird uns die Welt gestalten lassen. Es liegt wieder mal an uns.

Auf ein neues Jahr!

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